100 Jahre Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V.

1894: „Großeinkaufsgesellschaft deutscher Consumvereine“

Konsumverein
Sparkästen in einer Verteilungsstelle der Produktion

Der Erfolg der Konsumgenossenschaften führte zu Gegenreaktionen der kleinen Einzelhändler. Sie übten Druck aus auf die Großhändler und auf die Fabrikanten, dass diese nicht auch an die Konsumgenossenschaften lieferten. Es kam zu regelrechten Boykottkampagnen, weshalb die Konsumgenossenschaften sich schließlich 1894 eine eigene Großhandelsorganisation schufen, die Großeinkaufsgesellschaft Deutscher Consumvereine mbH mit Sitz in Hamburg. Die GEG, wie sie abgekürzt genannt wurde, entwickelte sich zu einem ausgesprochen erfolgreichen Geschäft. Sie beschränkte sich nicht auf die Großhandelsfunktion, sondern begann ab 1910 mit der Einrichtung von Eigenproduktionsbetrieben, zunächst mit einer neu gebauten Seifenfabrik in Riesa in Sachsen. Die GEG sprang auch ein, wenn Produktivgenossenschaften der Arbeiter in wirtschaftliche Schwierigkeiten kamen, wie die Produktivgenossenschaft der Tabakarbeiter, deren drei Werke in Hamburg, Sachsen und Baden mit über 800 Beschäftigten sie ebenfalls 1910 übernahm. Solche Produktivgenossenschaften waren oft gegründet worden, wenn nach längeren Streiks Arbeiter nicht wieder angestellt worden waren und sie deshalb genötigt wurden, die Produktion in die eigenen Hände zu nehmen. Viele dieser Produktivgenossenschaften haben sich nicht sehr lange gehalten, und es war ein glücklicher Umstand, dass die GEG als Abnehmer und gegebenenfalls Übernehmer zur Verfügung stand.

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