100 Jahre Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V.

Gewerkschaften und Genossenschaften

Konsumverein
Kindererholungsheim der Produktion in Haffkrug/Ostsee um 1900

Die Nähe zu den Gewerkschaften und zur Sozialdemokratie hat die Konsumgenossenschaften „Hamburger Richtung“, wie sie genannt wurden, immer gekennzeichnet. Hamburger Richtung deshalb, weil sie organisiert waren im 1903 gegründeten Zentralverband deutscher Konsumvereine e.V. mit seinem Sitz in Hamburg und beliefert wurden von der Hamburger GEG. Daneben gab es noch die Kölner Richtung, die christlich orientierten Konsumgenossenschaften aus dem Kolping-Umfeld.

Die „Hamburger“ Konsumgenossenschaften boten vielfach Mitgliedern der Gewerkschaften eine Arbeitsmöglichkeit, wenn sie aufgrund ihrer gewerkschaftlichen oder politischen Aktivitäten missliebig geworden, deshalb auf die schwarzen Listen der Unternehmerverbände geraten waren und in ihrem jeweiligen Beruf oft im gesamten Reich keine Arbeit mehr fanden. Ein Beispiel dafür ist der spätere Hamburger Bürgermeister Max Brauer, der sich als gelernter Glasbläser für die Glasarbeitergewerkschaft engagiert hatte, auf die schwarze Liste geriet und in seinem erlernten Beruf nicht mehr arbeiten durfte. Dafür wurde er angestellt bei der PRO, die ihm andererseits so viel Spielraum für seine politischen Aktivitäten gab, dass er schließlich zum Oberbürgermeister im damals noch holsteinischen Altona gewählt werden konnte.

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