100 Jahre Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V.

Westdeutschland: Umwandlung in Aktiengesellschaften

Konsumverein
coop Markt

Mit dem Vordringen der Discounter und der großen Einzelhandelsfilialisten änderte sich das Klima in der alten Bundesrepublik für die Konsumgenossenschaften grundlegend. Immer mehr Genossenschaften kamen in wirtschaftliche Bedrängnis. Der Produktivitätsvorsprung des Konsum wurde eingeholt und überholt. Es begann eine große Modernisierungsdebatte, die in den 60iger Jahren mit die Einführung der Marke „co op“ zu einer optischen Modernisierung führte. Mit der Einrichtung der ersten plaza-Märkte wurde auf das Vordringen der Großflächenangebote geantwortet. Gleichzeitig fand eine Diskussion um die Frage der richtigen Rechtsform statt, die damit endete, dass von vielen führenden Konsumgenossenschaftlern die Aktiengesellschaft für die bessere Rechtsform als die Genossenschaft gehalten wurde. Als erste Konsumgenossenschaft wandelte sich die saarländische Asko 1972 in eine AG, ihr sollten noch viele folgen, unter anderem auch die Hamburger PRO. Es zeigte sich jedoch, dass der Rechtsformwechsel aus kranken Genossenschaften keine gesunden Aktiengesellschaften machte, so dass eine immer schnellere Fusionsbewegung einsetzte, die schließlich dazu führte, dass der weitaus größte Teil des ehemals konsumgenossenschaftlichen Handels schließlich in der Frankfurter co op AG versammelt war. An der co op AG war die gewerkschaftliche Beteiligungsgesellschaft für Gemeinwirtschaft AG (BGAG) maßgeblich beteiligt. Mit den alten genossenschaftlichen Grundsätzen hatte diese co op AG nichts mehr zu tun. Sie geriet immer mehr in wirtschaftliche Bedrängnis, auch bedingt durch kriminelle Machenschaften von Managementangehören um den Vorstandsvorsitzenden Bernd Otto. Um einen Konkurs abzuwenden, wurde 1989 ein Vergleich mit den 143 Gläubigerbanken geschlossen, der faktisch das Ende der co op AG bedeutete. Ihre Reste gingen als Deutsche SB-Kauf AG an den Metro-Konzern.

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